Die Schattenseiten

WWF warnt vor Brennholz

Heizen mit Holz ist nicht klimaneutral

Interview mit Johannes Zahnen, Tischler und Umweltingenieur. Seit 2003 ist er beim WWF Deutschland zuständig für die Themen Holz und Papier. Er beschäftigt sich mit illegal geschlagenem und importiertem Holz – und neuerdings auch mit Methoden, die helfen, dieses Holz aufzuspüren.

Das Interview, geführt von Nils Husmann, können Sie hier nachlesen

Umweltbundesamt fordert:

Keine Holz- und Pelletsheizungen!

Messner

Prof. Dirk Messner, Präsident des Umweltbundesamts fordert, Deutschland solle sich vom Heizen mit Holz verabschieden. Zitat: „Aus Luftqualitätsperspektive richten wir hier viel Schaden an.“

Das Argument KLIMASCHUTZ lässt sich laut Umweltbundesamt nicht halten. Holz solle nur für langlebige Produkte verwendet werden oder im Wald verbleiben. Der Wald wird so als CO2-Speicher gestärkt. Der Waldboden ist in der Lage einen Teil des Kohlenstoffs aus Totholz zu speichern. Für die Artenvielfalt ist Totholz im Wald unverzichtbar. 

Die Alternativen
Im Neubau: hohe Effizienz, Flächenheizung in Verbindung mit Wärmepumpe und Photovoltaik.
Im Altbestand: Hybridheizung, ein Kombination aus Wärmepumpe und Gasbrennwerttherme. Die Wärmepumpe arbeitet in der Grundwärmeversorgung im höchsten Effizienzbereich, während die Gasbrennwerttherme die Wärmespitzen abdeckt.
Im bezahlbaren Wohnungsbau: Gasbrennwertthermen in Verbindung mit Photovoltaik für die Warmwasserbereitung und zusätzlichen Strom. Gasbrennwertthermen haben den geringsten Energieverbrauch, Gas verbrennt weitgehend schadstofffrei. Der Kohlenstoffanteil ist bei Gas am geringsten unter den handelsüblichen Brennstoffen.
Das Verbrennen von Holz schädigt Umwelt, Gesundheit und Klima! Artikel in der taz

Deutsche Umwelthilfe:

Kein Ofen ohne Filter!

Kinderlungen

Mit dieser Kampagne will die Deutsche Umwelthilfe Städte und Gemeinden dazu bewegen, endlich Filter oder Staubabscheider für Holzöfen vorzuschreiben. Hierfür hat die DUH ein Online-Tool entwickelt, mit dem Sie einen Bürgerantrag an die eigene Stadt oder Gemeinde stellen können. Unter https://www.duh.de/cleanheat/kein-ofen-ohne-filter/ können Sie Ihre Stadt oder Gemeinde ausgewählen und weitere Angaben ergänzen. Danach erhalten Sie per E-Mail Ihren personalisierten Bürgerantrag. Diesen können Sie entweder per E-Mail oder mit Postadresse als Brief an Ihre Bürgermeisterin oder an Ihrne Bürgermeister senden.

Antworten auf häufige Fragen zur Aktion und zur Holzfeuerung finden Sie unter: www.duh.de/cleanheat


Dokumentation auf 3sat:

Luftqualität in Wohngebieten

Kaminqualm Diese Doku auf 3sat schafft es in nur sechs Minuten die wesentlichen Informationen über Gesundheitsauswirkungen von Holzheizungen darzustellen.

Doku auf 3sat



Deutsche Umwelthilfe:

Holzöfen – Ein Problem für Gesundheit und Klima

Das Heizen mit Holz erfreut sich wachsender Beliebtheit. Die Nutzung von Holzfeuer verspricht einen günstigen Brennstoff, CO2-neutrale Wärme und Gemütlichkeit.

Die Deutsche Umwelthilfe weist darauf hin, dass das Heizen mit dem nachwachsenden Rohstoff auch seine Schattenseiten hat: „Allein in Deutschland verursachen Holzfeuerungsanlagen rund 28.000 Tonnen gesundheitsgefährdenden Feinstaub pro Jahr – mehr als aus den Auspuffen von Pkw, Lkw und Motorrädern stammt. Bereits jetzt sind private Feuerungsanlagen für rund 56% der Rußemissionen in Europa verantwortlich. Experten erwarten einen Anstieg auf knapp 70% im Jahr 2030. Ruß gilt mittlerweile nach CO2 als der zweitgrößte Klimatreiber – Holzöfen und -kessel sind somit keineswegs klimaneutrale Heizquellen.“

 

Bundesamt für Umwelt BAfU, schweizerische Eidgenossenschaft

Gesundheitsgefährdung
Holzfeuerung vs. Dieselabgas

Kaminqualm Feinstaub aus dem Kamin von unter Prüfstandsbedingungen betriebenen Kleinfeuerungen mit Holz weisen eine vergleichbare Zelltoxizität und Chromosomenschädigung auf wie Dieselruß.
Der rußartige Holzstaub aus sehr unvollständiger Verbrennung von Holz in einem schlecht betriebenen Holzofen ist rund zehnmal wirksamer in Bezug auf Zelltoxizität und Chromosomenschädigung als Dieselruß. Dieser Holzruß ist somit rund zwei Größenordnungen zelltoxischer als salzartiger Holzstaub aus einer korrekt betriebenen automatischen Holzfeuerung.

Lungengängiger Feinstaub kleiner 10 Mikrometer (PM10) gilt in Bezug auf das Gesundheitsschädigungspotenzial als wichtigster Schadstoff respektive als bedeutender Indikator der Luftqualität. Da die Immissionsgrenzwerte an PM10 im Winterhalbjahr regelmäßig überschritten werden, sind Maßnahmen zur Feinstaubminderung notwendig. Unter den Feinstäuben gelten die Verbrennungsaerosole als besonders gesundheitsrelevant. Hauptquellen der Verbrennungsaerosole sind die Dieselmotoren und die Holzverbrennung durch Holzfeuerungen und offene Feuer. Entsprechend umfasst der Maßnahmenplan Luftreinhaltung des Bundes Maßnahmen für Dieselmotoren, für handbeschickte und automatische Holzfeuerungen sowie für offene Feuer.

 

Institut für Feuerungs- und Kraftwerkstechnik an der Uni Stuttgart

Pelletheizungen emittieren bis zu 1200-fach mehr Feinstaub als Ölheizungen

„Beim Pelletkessel liegen die Gesamtstaubemissionen im günstigeren Fall (stationärer Dauerbetrieb bei voller Auslastung) um den Faktor von rund 450 höher als beim Ölkessel mit Heizöl EL schwefelarm. Bereits beim Betrieb mit dem Wärmebedarfsprofil mit durchschnittlicher Kesselauslastung von 44 Prozent liegen die Gesamtstaubemissionen des Pelletkessels um den Faktor von rund 1200 höher als die des Ölkessels mit Heizöl EL schwefelarm bei gleicher Betriebsweise.“ Im Auftrag von IWO wurden am Institut für Feuerungs- und Kraftwerkstechnik (IFK) unter Federführung von Dr. Michael Struschka in einer Versuchsreihe die Feinstaubemissionsfaktoren von Heizkesseln im kleinen Leistungsbereich bis 20 kW mit unterschiedlichen Brennstoffen ermittelt.

 

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